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Lets Groove

Wohin Ledisi mit dieser CD will, macht sie direkt im - Live  aufenommenen - Intro klar. Es geht um tanzbaren R n B.

Das Schlagzeug legt einen wunderschönen Groove hin, der Baß puckert los und dann Ledisi mit ihrer wirklichen klasse RnB / Soul Stimme, ein toller Einstieg.

Im 2. Stück dann aber auch schon eine erste kleine Enttäuschung. Hier ist das Schlagzeug durch einen Drumcomputer ersetzt. Der Beat ist zwar  nicht schlecht aber auch nicht wirklich klasse. Es wirkt dann doch etwas beliebig, halt schon tausendmal gehört.

Ledisi singt aber auch souverän über diese rhythmischen 0815 Nummern hinweg. Ihre Stimme erinnert mich oft an Chaka Khan in Höchstform.

Track Nr. 5 (Allright) läßt dann wieder so richtig aufhorchen. Einfach nur klasse.

Das Schlagzeug braucht nicht mehr als eine fette Bassdrum, ein irre zischelndes Hihat und klasse Rimshots auf der Snare- grandios. Der Backgroundchor trällert in Höchstform und Ledisi singt souverän über alles hinweg. Ein echter Knaller für die Tanzfläche.

Und es geht noch eine Etage höher. Think of you (Stück 6) ist einfach nur ganz großartig. Unbedingt laut hören. Bei diesem Lied stoßen meine sämtlichen Musikanlagen an ihre Grenzen.

Dann geht es wieder etwas weniger stark zur Sache, ich bin einfach kein Freund des Rhytmuscomputer- Gefrickels.

Upside down (Track 9) ist dann wieder ein Tanzflächenrenner.

Überhaupt ist dies wirklich klasse Partymucke für tanzwütige Leute. Als Hintergrundmusik ist sie nicht wirklich geeignet.

Das die ganze CD nicht durchgängig nur Perlen aneinanderreiht liegt an dem auf die Dauer zu gleichen Tracks und zu viel Computer- Samplings. 

Wie die Musik live klingen kann, wird im Intro und Outro deutlich. Wenn dann der Laptop mit dem angebissenen Obst als Markenzeichen nur sehr spärlich oder besser gar nicht eingesetzt wird ist es grandiose tanzbare Musik.

Ledisi erneuert mit dieser CD die RnB / Nu Soul Ecke nicht, sie legt aber ein ausgereiftes gutes Werk vor. Respekt! 

eNDe verlinken 3.3.08 12:35, kommentieren

Starke Stimme – schwache Songs

Auch nach mehreren Hörversuchen ist es mir kaum gelungen mich mit „Lost and Found“ von Ledisi anzufreunden. Die Musik kommt mir allzu bekannt vor, erinnert mich an amerikanische Musik, wie sie schon allzu oft seit Jahren aus diversen Radiostationen strömt, auch an Michael Jackson in den 80ern und frühen 90ern. Es gibt nichts neues hier zu hören; allerdings eine tolle Stimme! Schade, dass so wenig von echtem Soul und Funk in der Musik zu finden ist. Diese Stimme hat das Zeug dazu.

Viele Stücke wirken statisch und irgendwie hölzern. Vielleicht sind dies neue Variationen von „NuSoul“ (?) und neuer „Black Music“ und HipHop? Es braucht ja wohl immer irgendwelche Schubladen...Mir ist echter erdiger Soul lieber, bei dem man noch hört, dass er „handgemacht“ ist, als diese stark elektrifizierten Sachen. Dabei scheinen der Drummer und der Gitarrist gar nicht schlecht zu sein. Aber sie stecken auch in diesem komischen Korsett. Kaum mal, dass es groovt, dass ein Rhythmus zum Wippen des Fußes verführt. Ansätze dazu sind vorhanden, aber „davon“ gibt es zu wenig. Zumal bei einer so starken Stimme! Ledisi ist zu wünschen, dass sie ihre Fähigkeiten als Sängerin mal in einer ganz anderen funkigen und souligen Produktion voll ausleben kann!

Ein paar Anspieltipps habe ich trotzdem, für diejenigen, die reinhören wollen:
Am besten gefällt mir das ruhige „Get To Know You“ (Titel Nr. 8). Auch der Anfang und der Schluss mit dem Titel „Been Here“ -sowohl als kurzes Intro und als kurzes „Outro“- gefallen mir.

1 Kommentar stan verlinken 3.3.08 20:31, kommentieren

Ledisi

Im Monat Februar fand ich die CD "Lost & Found" von Ledisi Young zur Besprechung im Körbchen der Musikfreunde. Eine mir bisher völlig unbekannte Musikerin. Ihr Veröffentlichungen im Soul- und Jazzbereich "Soulsinger" und "Feeling Orange, But Sometimes Blue" habe aber nicht nur ich nicht wahrgenommen - sie blieben einer breiteren Öffentlichkeit verborgen. Nun ist ihre neue CD bei Verve Records erschienen und findet entsprechend Beachtung.

Ledisi hat eine starke Stimme. Sofort stellen sich bei mir Gedankenverbindungen ein: ein verrauchter Musikclub beim dritten Glas Whiskey auf Eis. Dabei trinke ich weder Whiskey auf Eis noch rauche ich. Die 14 Songs (plus Intro + Outro) vermitteln ein Gefühl für die Zeiten, die noch Soul und Funk hatten. Soweit so gut. Heute wird allem natürlich auch eine kräftige Prise R'n'B beigemischt. OK, OK! Der Bass wummert, die Background-Girls singen süss, die moderne Aufnahmetechnik steuert ihren Teil bei. Die Zutaten stimmen - aber etwas fehlt.

In den Songs geht es immer wieder in Variationen nur um "you and me", "lost & found" und "think of you" - sorry: das reicht nicht um einen guten Song zu schreiben! In so einem Gefühlsgestammel bleibt auch die Musik auf der Strecke - trotz bester Soul und Funk Adaptionen. Mehr echtes Gefühl, Baby!

Insgesamt keine schlechte CD - aber mir fehlt der emotionale Kick.

1 Kommentar Hansen verlinken 4.3.08 20:44, kommentieren

Die CD für März

Kristofer Aström

RainawayTown

Hansen verlinken 4.3.08 22:14, kommentieren