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Trilok trommelt

Trilok Gurtu, der umtriebige Percussionist und Schlagwerker hat sich auf dieser Anfang 2006 erschienen CD einmal mehr der afrikanischen Musik zugewandt. Bereits 1999 auf der CD "African Fantasy" als auch 2001 mit "The Beat of Love" hat er dies getan.

Die hier besprochene CD "Farakala" hat er mit der Frikyiwa Family in Mali aufgenommen.

10 Stücke befinden sich auf der CD des vielfach ausgezeichneten Percussionisten. Gleich das erste Stück gibt die Richtung vor, ein Percussionintro wird von der schönen Frauenstimme (Hadya Koujate) abgelöst, eine elektrifizierte Kora mit Wah Wah Pedal! und Akkustikgitarre kommen dazu, und immer die sehr eigene für diese westafrikanische Musik untypische Rhythmusarbeit Trilok Gurtus. Er gibt der gesamten CD ein starkes percussives Fundament mit teilweise ungewöhnlichen Sounds und einer deutlich an Tablas und Dhol - Trommeln geschulter Technik. Es läßt sich auf einigen Stücken nur Vermutungen darüber anstellen, auf was für Instrumenten oder Klangkörpern er eigentlich spielt.

Es gelingt Trilok Gurtu und der Frikyiwa Familie das sich die malische Musik und die "indisch gewürzten" Sounds sehr gut miteinander verzahnen und dabei ein neues Hörerlebnis zu schaffen.Das können nicht viele CDs von sich behaupten.

Die CD gefällt mir gut, als Anspieltipp würde ich Stück 1 (Agno Yano), Stück 5 (Kalpana), beide mit der tollen Leadsängerin Hadya Koujate und Stück 6 (Swapan) empfehlen. Die CD ist nicht nur etwas für Percussionisten. Lohnenswert!

eNDe verlinken 4.2.08 17:45, kommentieren

Die CD für den Februar

im Februar soll es um die gerade erschienene CD von

Ledisi

"Lost & Found"

gehen 

eNDe verlinken 4.2.08 17:56, kommentieren

TK und die Frikyiwa Family

Für das Ballett und für das Spiel der Tablas müssen Kinder sehr früh ran - ansonsten ist keine Meisterschaft zu erreichen. Trilok Gurtu spielt seit seinem fünften Lebensjahr Tablas. Der indische Percussionist und Sänger ist seit langem ein überaus produktiver Musiker - was sich nicht nur an seiner seitenlangen Diskografie, sondern auch an seiner Liste "Wer-spielt-mit-wem" ablesen lässt. Die Großen des Jazz schätzen ihn. Er ist sicherlich einer der profiliertesten Mittler zwischen indischer und westlicher Musik. Sein Interesse für afrikanische Musik ist bekannt.

Sein 2000 erschienenes Album "African Fantasy" hat natürlich einen festen Platz in meiner Sammlung.

Mit der ebenfalls sehr produktiven Künstlergruppe Frikyiwa Family aus Mali hat TK 2005 in Farakala/Mali das gleichnamige Album "Farakala" eingespielt. Die zehn Lieder der CD sind nicht nur etwas für Trommler. Die tolle Stimme von Hadja Konyate, der Sound der Kora und N'Goni schaffen sofort eine Atmosphäre des Mali-Sounds. TK und die Frikyiwa Family lassen aber zusammen einen neuen Sound entstehen. Eine CD, die zuhören belohnt - nichts für unaufmerksame, eilige Zapper.

1 Kommentar Hansen verlinken 11.2.08 20:11, kommentieren

Indien trifft Mali

Trilok Gurtu ist einer der Meistertrommler der internationalen Musik. Er kommt aus Bombay und lebt seit vielen Jahren in Hamburg. Er hat schon mehr als ein Dutzend CDs unter seinem Namen veröffentlicht und ist auf zahllosen Produktionen internationaler Musiker aus Jazz und Weltmusik vertreten. Viele große Stars sind froh, wenn sie ihn verpflichetn können. Ich glaube so jemand "lebt" die Perkussion. Ich höre ihn sehr gern, egal ob als Gastmusiker oder auf seinen Cds. 2005 hat er mit der Frikyiwa Family eine CD in Mali aufgenommen.

Sie beginnt mit dominierender Percussion und dem Gesang von Haja Kouyaté. Wie meist auf dieser CD haben die afrikanischen Saiteninstrumente und die Gitarre eher begleitenden Charakter. Sehr stark finde ich das zweite Stück, das mit ruhigem Gesang fast meditativ schwebend wirkt, aber von toller Percussion des Meisters getragen wird. Überhaupt ist auf dieser CD eindeutig klar, dass der Chef der Produktion ein -virtuoser- Trommler ist. Im dritten Titel hört man schon die dritte Gesangsstimme; ein typischer „Maliwüstensound“. Die Kora begleitet wie eine Rhythmusgitarre; vielschichtige Trommeln und Shakers kommen hinzu. Es folgt ein Titel (fast) ohne Gesang mit viel Percussion und reichlich Hall auf den Saiteninstrumenten aufgenommen. Auch die folgenden Stücke sind eher ruhig und von Percussion, Gitarre und Kora geprägt; hinzu kommt gelegentlich eine Stimme.

Am Ende der CD dominiert T. Gurtu mit verschiedensten Trommeln (aus Indien oder mit Waterdrums), Balafon oder Shekere. Das letzte Stück als Solospielerei mit Halleffekten. Alles wurde ohne extra Bass eingespielt; seine Funktion übernehmen Drums und andere typische Mali-Instrumente.

Insgesamt eine gelungene Verbindung zwischen Indien und Mali. Wer Percussion mag, wer es schätzen kann, dass diese CD sehr einfach und analog aufgenommen wurde in einem Studio in Mali, ohne weitere technische Spielereien als dem erwähnten Hall -wobei die Soundqualität wirklich gut ist-, der ist mit dieser Musik gut bedient. Empfehlenswert !


 

1 Kommentar Stan verlinken 11.2.08 20:45, kommentieren