Archiv

Seine Beste seit Jahren...

Youssou N’Dours neue CD Rokku Mi Rokka ist für mich seine beste seit Jahren. Nach der für meine Ohren schwierigen Zusammenarbeit mit einem ägyptischen Streichorchester auf „Egypt“ (gerade aber diese CD aus 2004 wurde international mit Preisen überhäuft), hat die neue CD sehr eingängige Melodien und schöne Rhythmen. Der Meister selbst singt wieder sehr schön mit seiner unvergleichlichen Stimme und die Musik schmeichelt den Gehörgängen.

Musikalisch gibt es nicht gerade aufregend Neues, aber die Kombination verschiedener Elemente ist -für den inzwischen weltberühmten Erfinder des Mbalax- doch neu. Neben dem hier etwas zurückhaltendem Mbalax, gibt es Elemente aus dem Norden, wo der Senegal an Mali und dessen Musik grenzt, Anleihen beim Blues, Reggae und auch kubanische Einflüsse. Die von ihm mit gegründete Band Super Étoile spielt mit etlichen Gastmusikern so, dass es westeuropäischen Ohren gefällt. Neben dem Gesang dominieren Keyboards und zahlreiche Gitarren. Aber auch traditionelle Instrumente wie die Kora oder die Ngoni (ein altes Saiteninstrument aus Mali) werden eingesetzt. In manchen Stücken hätte ich mir neben dem Schlagzeug noch mehr Percussion gewünscht…

Dies alles ist in (leider nur) 10 Songs bunt und schön gemischt und wird überstrahlt von DER Stimme Westafrikas. Das 11. Lied, die Single-Auskopplung „Wake Up…“ mit Neneh Cherry fällt da aus dem Rahmen; hier wird gerappt. Es ist aber das mit Abstand schwächste Stück dieser CD. Ich weiß nicht, ob nach dem Welterfolg mit  „7 Seconds“ mal wieder ein Versuch gestartet werden sollte, einen ganz großen kommerziellen Erfolg im Westen zu landen?

N’Dour lebt ja auch musikalisch immer im Spagat: Westeuropa hat ganz andere Hörgewohnheiten als seine Heimat. Er versucht beides zu bedienen; und hat dabei seit Jahren tollen Erfolg! Auch wenn er oft doppelte Arbeit dabei hat: Musik für Westeuropa und für Westafrika zu produzieren…Im Senegal ist er schon längst eine Institution, nicht nur als Musiker. Vielleicht vergleichbar mit Nelson Mandela für Südafrika. Wie ich lesen konnte, gefällt diese CD aber auch seinem heimischen Publikum sehr, so dass der Spagat wieder gelungen ist.

Schade, dass wir die Texte nicht unmittelbar verstehen beim Hören; das fände ich sehr interessant. Youssou N’Dour singt hier wieder ausschließlich in Wolof und anderen senegalesischen Dialekten; außer im Duett mit Frau Cherry. So ist man auf die englischen Übersetzungen der Texte im -nebenbei: völlig schmucklosen- Booklet angewiesen. Sie handeln von Spiritualität, vom Senegal und seinen Stämmen, von Zwischenmenschlichem und Alltäglichem.

Abschließend hier noch ein paar Worte des Meisters selbst, die er bei der Präsentation dieser neuen CD sprach; selbstbewusst und auch irgendwie ‚zwischen den Welten’ :

„Rokku Mi Rokka heißt: ‚Gibst du mir etwas, geb ich dir etwas’, und das ist zugleich die Botschaft des Albums: wir haben viel von der hochentwickelten Welt bekommen, aber denkt dran, dass wir auch viel gegeben haben.“

1 Kommentar Stan verlinken 3.12.07 16:35, kommentieren

Rokku Mi Rokka (Give And Take)

Seit 1988 begleitet mich die Musik von Youssou N'Dour - auf Kassetten, CDs und iPot und ich nehme jede Gelegenheit wahr seine Konzerte zu besuchen. Ja, ich bin ein Fan durch und durch! Wenn ich gefragt werde, wen ich beim nächsten Afrika Festival in Würzburg 2008 gerne hören möchte, dann brauche ich keine sieben Sekunden darüber nachdenken: Youssou - wer sonst!

Der Mbalax öffnet mir das Herz und ich fühle die afrikanische Freundlichkeit und Wärme. Oh, wie wunderschön ist Afrika!

Mir gefällt: was er macht und wie er es macht. Er ist ein politischer Barde, der den senegalesischen Griot-Lobgesang weiter entwickelt hat. Er ist ein Weltmusiker.

"Rokku Mi Rokka" ist sein tolles neues Album - besonders die Ausgabe mit den fünf Bonustracks - gefällt mir. Eingespielt natürlich von den Super Etoile. Bah Mody und Ousmane Kangue - zwei Sänger aus dem Norden des Senegal sowie Bassekou Koyate und einige Mitglieder des Orchestra Baobab wirken auf der CD mit. Das Lied "Wake up (It's Africa calling)" ist zusammen mit Neneh Cherry produziert und gesungen.

Das Booklet ist schön-schlicht gestaltet - die Texte (in Wolof) ins englische bzw. französische übersetzt. Prima - den sie lohnen sich.

Ein rundum gelungenes Album bei dem ich mir noch nicht ganz sicher bin, ob es nicht irgendwann sogar meinen Favoriten "Eyes Open" (1992) und "Egypte" (2004) den Rang abläuft.

 

 

 

1 Kommentar Hansen verlinken 4.12.07 21:36, kommentieren

CD für Dezember

Die CD für den Monat Dezember 2007 ist:

 

Cecile Verny Quartet

The Bitter and the Sweet 

1 Kommentar Hansen verlinken 5.12.07 08:25, kommentieren

Jahresrückblick

Das erste blog-Jahr "Musikfreunde" hat eine gemischte Tüte wirklich interessanter Musik hervorgebracht:

Till Brönner "Oceana"

Mayra Andrade "navega"

Herbert Grönemeyer "12 (Zwölf)"

the juju orchestra "Bossa Nova Is Not A Crime"

Dee Dee Bridgewater "Red Earth"

Angelique Kidjo "Djin Djin"

Studio One Kings "Studio One Kings"

Manou Gallo "Manou Gallo"

gentleman "another intensity"

Ceu "Ceu"

Youssou N'Dour "Rokku Mi Rokka"

Cecile Verny Quartet "The Bitter and the Sweet"

12 Alben x 3 Musikfeunde = 36 Musikbesprechungen

Das Jahr wollen wir mit einer kleinen Umfrage abschließen:

1. Die Musikkritiken sind oft Momentaufnahmen - welches Album würdest Du heute anders (besser oder schlechter) bewerten?

2. Welche Platte/n ist/sind nach der Besprechung in den "Tiefen des Musikregals" verschwunden?

3. Best out of 12 (Zwölf)? Welche der 12 (Zwölf) besprochenen CDs ist für Dich heute die BESTE?

4. Bestes Konzert 2007?

5. Beste Neuerscheinung 2007?

 

Keep on rockin'

 

1 Kommentar Hansen verlinken 6.12.07 09:58, kommentieren

Geben und Nehmen

Über Youssou N`Dour zu schreiben fällt mir komischerweise sehr schwer. Eigentlich müßten nämlich jetzt seitenlange Superlative folgen, die alle zutreffen!

Youssou hat eine der schönsten Stimmen der Welt, da bin ich mir mit Peter Gabriel einig.

You war der erste afrikanische Künstler, den ich bewußt gehört habe und der sich seitdem einen großen Platz in meinem Herzen und der CD- Abteilung gesichert hat. Es gibt keine andere Künstlerin oder Künstler, der mich mit einigen seiner Lieder so stark berühren kann......

Das mußte einfach sein, aber es soll ja hier um Rokku Mi Rocka (Geben und Nehmen)gehen, You`s neuem Album für den internationalen Markt. Er gibt uns hier insgesamt 11 Stücke. Es fällt sofort auf, das die die CD sehr viel "senegalisischer" klingt als viele der internationalen Vorgängeralben. Das finde ich wirklich klasse, Assane Thiam spielt wie immer eine wunderschön "blubbernde" Tama (talking drum), die Sabars und Djembes tun ihren Sound dazu- einfach toll! Ich habe auf der gesamten CD keinen Favoriten, alle 10 Lieder finde ich klasse.

Genau- es sind ja 11 Stücke auf der CD. Das letzte Lied "Wake up (its Africa calling), ein Duett mit Neneh Cherry fällt musikalisch und textlich völlig aus dem Rahmen und total ab. Es ist einfach nur schlecht. Nichts aber auch gar nichts hat dieser Song vom komerziell größten Hit von Yousoou, den er auch mit Neneh Cherry eingespielt hat (7 seconds).

Aber um es mal positiv auszudrücken, 10 von 11 Stücken sind klasse, das ist ein toller Schnitt.

Auffällig finde ich, daß Youssou nicht mehr so hoch kommt in der Stimmlage (er ist Jahrgang `59 - ein exzelenter Jahrgang wie wir wissen) aber immer noch eine unglaublich modulationsreiche Stimme hat, eine Stimme die mich immer wieder stark berührt!!!

 

Für dieses Album spreche ich eine unbedingte Kaufempfehlung aus!

Eine gute Alternative ist auch das Importalbum (dann in französischer Übersetzung), es enthält noch eine Bonus -CD mit 5 weiteren Stücken.

1 Kommentar eNDe verlinken 7.12.07 17:57, kommentieren

Hansens Jahresrückblick 2007

1. Die Musikkritiken sind oft Momentaufnahmen - welches Album würdest Du heute anders (besser oder schlechter) bewerten?

Dee Dee Bridgewater "Red Earth" (besser!)

2. Welche Platte/n ist/sind nach der Besprechung in den "Tiefen des Musikregals" verschwunden?

Nach den Besprechungen verschwinden bei mir erst einmal alle Alben in der Versenkung - verschüttet geblieben sind:

Till Brönner "Oceana"

Studio One Kings "Studio One Kings"

3. Best out of 12 (Zwölf)? Welche der 12 (Zwölf) besprochenen CDs ist für Dich heute die BESTE?

Youssou N'Dour "Rokku Mi Rokka"

4. Bestes Konzert 2007?

Curtis Stigers beim 16. Jazzfest in Aalen

5. Beste Neuerscheinung 2007?

Youssou N'Dour "Rokku Mi Rokka"

Hansen verlinken 27.12.07 20:43, kommentieren

eNDes Jahresrückblick 07

1. Die Musikkritiken sind oft Momentaufnahmen - welches Album würdest Du heute anders (besser oder schlechter) bewerten?

Herbert Grönemeyers 12 würde jetzt besser abschneiden

2. Welche Platte/n ist/sind nach der Besprechung in den "Tiefen des Musikregals" verschwunden?

erst einmal alle, da ich die besprochenen ja während des Monats viel gehört habe.

Till Brönner, Manou Gallo und Studio One Kings sind dort immer noch verschwunden.

3. Best out of 12 (Zwölf)? Welche der 12 (Zwölf) besprochenen CDs ist für Dich heute die BESTE?

Youssou N`Dour mit ziemlich großem Vorsprung!

4. Bestes Konzert 2007?

Curtis Stigers in Aalen- beim dortigen Jazzfest,

5. Beste Neuerscheinung 2007?

Youssou N`Dour "Rocku mi Rocka", als Import mit Bonus CD

 


eNDe verlinken 31.12.07 15:34, kommentieren