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Starkes Debut

Diese erste CD von CeU ist wirklich interessant. Musikalisch passt sie in kein bekanntes Brasil-Klischee. Obwohl die Musik eindeutig, auch für westeuropäische Ohren, dort anzusiedeln ist; schon wegen dem Gesang. Hervorragende Musiker -Percussion, Gitarre, Drums und Bass- begleiten die junge Sängerin. Aber stets sehr zurückhaltend, dennoch virtuos. Manchmal kommen ein paar 'Horns' dazu. Die Songs pendeln zwischen Samba, Folk, Jazz und Rock. Sie passen in keine der bekannten Schubladen. Und das ist gut so. Viele Stücke bleiben nach ein paar mal anhören gut im Ohr "hängen". Einige wenige sind vom Songwriting her weniger gelungen. Zur handgemachten Musik kommen sparsam verwendete elektronische Schnipsel, die intelligent und interessant eingebaut werden. Es gibt eine schöne Version von Bob Marleys 'Concrete Jungle'. Die Musik ist eine Variante des offenbar unerschöpflichen brasilianischen Musik-Kosmos, den es in diesem riesigen Land gibt. Deutschland hätte rein flächenmäßig zigmal Platz dort. Sicherlich werden vielfältige Einflüsse bekannter Brasil-Sounds von CeU und ihren kongenialen Mitstreitern verwendet - doch im Ergebnis klingt es sehr eigenständig und neu. Die meisten Stücke sind ruhige Nummern, die trotzdem ihren Reiz haben. Es hätten aber auch durchaus ein paar mehr schnellere Stücke sein können; in den beiden Stücken, wo die Musiker das Tempo anziehen, geht richtig gut die Post ab. Mal hören, wie sich CeU und ihre Kollegen in Zukunft entwickeln. Dieser Start ist sehr viel versprechend. Insgesamt: empfehlenswert, anhören !  

1 Kommentar Stan verlinken 2.11.07 20:22, kommentieren

hoffnungsvoller Beginn

Der Erstling geht ganz mächtig los. DJ Marco hat seinen Samplekoffer ganz weit geöffnet und mischt dazu was das Zeug hält. Ceu gelingt es mit ihrer schönen Stimme jederzeit, sich über das brodelnde Treiben zu stellen und der Track wirkt trotz all der technischen Spielereien nicht überladen.

Dieser Track macht Lust auf mehr, das 2. Stück kann mich auch voll überzeugen. Ab dem 3. Stück schleicht sich bei mir aber dann öfter mal das Gefühl ein, das ab jetzt einzelne Stücke ziemlich belanglos sind.

Wachgerüttelt werde ich erst wieder beim 9. Stück. Es kommt ganz beiläufig daher, und während ich bei ersten hören dachte, dass ich das irgendwoher kenne, setzt die Snaredrum mit ihren Rimshots klare Reggae - Akzente, und dann klickt es - hey das ist concrete jungle von Bob Marley. Für mich mit Abstand das interessanteste Stück auf der CD!

Dann verflacht es aber wieder merklich, um dann doch noch 3 ganz schöne Titel abzuliefern.

Ceu hat eine wirklich schöne modulationsfähige Stimme, worüber Sie singt, bleibt mir mangels Übersetzung aber verschlossen. Die Instrumentierung der einzelnen Stücke ist oft ganz schön, verkleckert aber im laufe der CD. Die Percussion weht immer wieder mehr oder weniger deutliche Sambaakzente in den Topf und die Hornsektion kommt auch öfter schön von der Seite.

Denoch wird es mir auf Dauer zu lang, und ich bin froh, dass die Scheibe irgendwann zuende ist. 15 Stücke hat die CD, bei nur gut 50 Minuten Laufzeit. Das kommt mir immer länger vor.

10 Lieder hätten mir gereicht, diese dann ruhig etwas länger.

Anspieltipps: 1, 2, 9, 12, 14, 15

Ich bin mal gespannt, wohin es Ceu noch so treiben wird, ich werde sie aber sicher weiter verfolgen.

 

1 Kommentar eNDe verlinken 2.11.07 20:33, kommentieren

Visitenkarte

Eine junge Künstlerin aus Sao Paulo hat ihrer ersten CD veröffentlicht. Eine Erstveröffentlichung ist eine Visitenkarte für das interessierte Publikum. Ich will dieser Spur einmal folgen. Die Platte heißt wie sie "CEU" und klingt ganz brasilianisch und modern - und ist kein "brazilectro". Danke!

CEU hat eine schöne Stimme - ist jung und sieht gut aus. Die Zusammenarbeit mit DJMarco, der bei den ersten vier Stücken für die "scratches" verantwortlich zeichnet, hat eine gelungene Mischung moderner, brasilianischer Klänge entstehen lassen. Die anderen 11 Titel wirken weniger durch die Aufnahmetechnik bestimmt.

Die CD enthält nur wenige Cover-Titel. CEU schreibt ihre Texte selbst. Beto Villares hat die Scheibe produziert.

Die ersten vier Titel gefallen mir alle recht gut - "roda" gefällt mir davon besonders gut.

Titel Nr. 5 ist sehr schön percussiv - ein toller Song. Titel Nr. 12 finde ich unbedingt hörenswert. Das Gitarrenintro (Nr. 7): klasse.

Die Coverversion von Bob Marleys "concrete jungle" beeindruckt mich als Marley-Fan natürlich nicht.

Das Album bewegt sich sicher zwischen Elektro-Jazz und afro-brasilianischen Beats - CEUs Gesang eher beiläufig und sanft. Die Sprache allein klingt schon so schön musikalisch - sie bedient sich dessen ganz souverän.

CEU hat eine gelungene Debüt-CD vorgelegt!

 

 

1 Kommentar Hansen verlinken 3.11.07 16:44, kommentieren

CD für den November

die CD für November ist natürlich

Youssou N`Dour`s  neues Werk

Rocku Mi Rocka

(Give and Take)

(als einzel- CD, der Import aus England mit einer 2. CD lässt noch auf sich warten... )

1 Kommentar eNDe verlinken 3.11.07 18:01, kommentieren