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Den Sommer retten

Die CD für den Monat September 2007 ist:

 

gentleman

another intensity

 

 

Hansen verlinken 3.8.07 13:17, kommentieren

Alt aber geht noch...

Das Studio One ist ein legendäres jamaikanisches Reggae-Label. Es wurde 1963 in Kingston gegründet. Wer sich für Reggae interessiert und diese Musik mag, muss sich unbedingt mit der Musik von Studio One befassen. Er wird sicher Freude daran finden. Hier wurde der Reggae wohl „erfunden“. Über „Riddims“ –instrumental eingespielten Melodien, die hier meist sehr entspannt grooven- wurden einfache Melodien drüber gesungen. Bass Schlagzeug, Rhythmusgitarre und Orgel, manchmal auch zusätzliche Percussion und Bläser, gaben die Richtung vor. Der eine oder andere „King“ sang dann dazu. Heute kann man sich diese Sachen als quasi historische Aufnahmen anhören und aber auch Spaß daran haben. Dieser im Mai 2007 veröffentlichten Zusammenstellung hört man an vielen Stellen an, unter welch einfachen Bedingungen die Musik eingespielt wurde. Es knarzt und kratzt trotz moderner Überarbeitungsmöglichkeiten an einigen Stellen ganz schön. Aber das Feeling dieser frühen Reggaeaufnahmen kommt einmalig rüber! Von den zahlreichen Veröffentlichungen, die es von den alten Studio One-Aufnahmen gegeben hat, ist dies sicher eine der interessantesten; ich kenne inzwischen fünf CDs aus dieser Reihe. Dieser Sound hilft über verregnete Sommer hinweg! Oder passt auch als Begleitung an heißen Tagen. Um es mit dem Zitat eines früheren Fußballweltmeisters zu sagen: Bei dieser Musik habe ich „vom Feeling her ein gutes Gefühl“...Zum Reinhören empfehle ich von den insgesamt 17 Titeln verschiedener Interpreten diese: Besonders gefallen mir die Titel 1 (Larry Marshall), Nr. 7 (Alexander Henry), Nr. 11 (Ken Boothe), Nr. 12 (eine zehnminütige Version von Dylans „I shall be releaed“ von Freddie Mc Gregor) und auch die beiden letzten Stücke Nr. 16 (John Holt) und Nr.17 (Delroy Wilson).

Stan verlinken 5.8.07 17:28, kommentieren

 

 weißt Du noch wie damals .....

Ich habe ja immer schon gewußt, daß 1959 ein guter Jahrgang ist, beim Lesen der Infos des Beiheftes wird uns dieses Jahr auch als die Geburtsstunde des Ska genannt. Die Urform der "Off - Beat Musik", die sich dann weiterentwickelte und verzweigte und irgendwann auch den weltumspannenden Reggae hervorbrachte, den wir sofort mit Jamaika in Verbindung bringen.

Die Musik auf diesem Sampler stammt aus den 60- bis anfang 70- er Jahren. Diese CD ist also auch etwas für Musik-Ethnologen, die sich mit den Anfängen dieser Musik und dem damit eng verbundenen Aufstieg des Studio One beschäftigen wollen. Man bekommt einen guten Eindruck vom Sound dieser Zeit, wo vieles auf zunächst 1 -Spur und dann 2- Spur Aufnahmegeräten eingespielt wurde.

Einzelne Titel dieser Compilation klingen recht frisch, ohne die Infos im Beiheft hätte ich nicht gedacht, daß die Musik schon weit mehr als 30 Jahre auf dem Buckel hat. Sobald aber ein Keyboard dazukommt, wird der Sound sehr schnell unangenehm "schräpig", die Technik damals war halt doch eine andere (früher war ja alles aus Holz).

Ich höre die CD ungern von vorne bis hinten durch, dafür ist mir der Sound dann bei insgesamt 17 Titeln doch zu altbacken. Einzelne Stücke sind aber durchaus schön, z.B. Horace Andy`s "Every Tongue Shell Tell", Alton Ellis "The Well Run Dry", oder Johnny Osbourne`s "Water More Than Flour".

Insgesamt bestätigt mich diese CD aber darin, daß ich kein Fan von Samplern bin! 

1 Kommentar eNDe verlinken 5.8.07 22:38, kommentieren

Die CD für den Monat August ist

Manou Gallo von Manou Gallo

 

1 Kommentar eNDe verlinken 5.8.07 22:41, kommentieren

Im Buschtaxi von Bochum-Gerthe nach Banjul

Mit fehlt in diesem Sommer ganz eindeutig die Gelassenheit um mit einem Buschtaxi von Bochum-Gerthe nach Banjul zu reisen. Schade!

Raggae-Musik und die entspannte Fahrt mit völlig rotten, plüschig dekorierten Mercedes-Taxis über Pisten und kaputte Straßen gehört für mich zusammen. Kaum bin ich in die von unnötiger Federung befreiten und mit soft-soft-Schaumstoff gepolsterten Rückbank bis aufs Bodenblech eingesunken - sehe den viel zu jungen (bildhübschen, schwarzen) Taxichauffeur - und höre Reggae - vergesse ich alle Sicherheitshinweise und bin im flow (s. Csikszentmihalyi, Mihaly (2000): Das Flow-Erlebnis. Jenseits von Angst und Langeweile im Tun aufgehen). Die für Reggae charakteristische Offbeat-Phrasierung setzt bei mir den Fluchtreflex matt und ich lasse mich treiben - ich reise. Sicherheitsgurte, Airbags und Verkehrsregeln - das war gestern.

Die CD "Studio One Kings" ist eine Compilation der männlichen Größen des Studio One Labels. Die CD ist eine Einladung, den Anfängen des Reggae zu lauschen. Langsam und pur.

I'm The Ruler (Anthony "Rocky" Ellis), The Well Run Dry (Alton Ellis), Please Be True (Alexander Henry) kommen mir wie viele Stücke der CD bekannt vor - und sind es auch. Pretty Looks Isn't All (Cornell Champbell) ein schöner Titel.

Ich habe die CD nicht so häufig gehört, wie sonst üblich für meine Besprechungen für die Musikfreunde. Wie gesagt, mir fehlt es an der Gelassenheit. Heute habe ich die Scheibe noch einmal ganz in Ruhe aufgelegt und meine: mein Alltag braucht mehr Reggae.

1 Kommentar Hansen verlinken 6.8.07 12:56, kommentieren

Bass-genau

Was haben Didier Drogba und Manou Gallo gemeinsam? Sie sind Ivorer. Kommen also aus dem Staat Elfenbeinküste (französisch auch - kot di'vwar) in die Welt des Welt-Fußballs bzw. der Welt-Musik. Die Woermanndampfer machten seinerzeit einen Stopp in der Elfenbeinküste auf ihrem Weg nach Togo. Für diese Zeit eine schnelle Verbindung! Über Technikentwicklung und Kolonialismus gibt es eine ganze Reihe guter Doktorarbeiten. Heute fliegt man.

ABJ-BXL sind die Flughafenkürzel von Abidjan und Brüssel - und der Titel des ersten Stücks der neuen Manou Gallo CD. Die Bassistin legt gleich los. Es funkt und wummert.

Die ex Zap Mama Bassistin sagt: "Ich bin Afropäerin, habe einen E-Bass und bin funky." So klingt auch ihre neue CD - sie ist durchweg funky.

Viele Titel haben tolle Auftakte. Marie Otchonis Dorfplatzgesang als Einstieg in Titel 3 - sehr schön. Der Bass-Einstieg in Titel Nr. 5 "Terre" einfach geil.

Mir gefallen einige Titel besonders gut: Woyaklolo - geht zur SACHE. Adoo - rollt! Eine gute CD! Der rauchig-hauchige Gesang von Manou Gallo, die anderen Stimmen und Sounds - sehr afropäisch.

Einzig zu bemäkeln: Das CD Booklet enthält neben einer beeindruckenden Liste von MusikerInnen und einigen schönen Fotos von Manou Gallo leider recht wenig für den interessierten Musikfreund. Keine Texte (leider)!

Aber viel wichtiger: Manou Gallos "Manou Gallo" - unbedingt hören!

 

Hansen verlinken 31.8.07 19:44, kommentieren