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Djin Djin in Croatia

Vom kroatischen Meeresufer schöne Urlaubsgrüße an alle Musikfreunde! Die große Kleine aus Benin, die inzwischen in New York wohnt, hat eine tolle neue CD auf dem Weltmarkt. Eine Reihe berühmter Kollegen/Freunde hat sie unterstützt. Der Opener und das folgende Titelstück sind schöne Afro-Pop-Nummern, die schnell im Ohr haften bleiben. Titel 3, mit Joss Stone, zählt zu den weniger gelungenen Stücken. Gimme Shelter von den Stones hätte nicht noch eine weitere Version gebraucht...Auch Nr. 4 ist nicht so ganz überzeugend; hier wird es ruhiger, eine typische Kooperation mit Peter Gabriel. Den typischen Mali-Sound mit Amadou und Mariam gibt es in Nr. 5; gern gespielt im Radio. Nr. 6 ist mein Favorit dieser CD: eine sehr schöne Ballade mit dem SängerJosh Groban, von dem ich bisher noch nie gehört hatte, und der unvergleichlichen Gitarre von Santana. Das Lied kann ich immer wieder hören! Auch die Adaption eines Sade-Songs über die Armut einer Frau in Somalia ist sehr beeinduckend. Fröhlicher wird es dann wieder mit Ziggy Marley; hier wird der Reggae-Rhytmus von einer schönen "Schweine-Orgel" gelegt...Es folgen 5 recht eingängige Afro-Pop-Titel ohne die ganz berühmten Unterstützer, die aber allesamt gut ins Ohr gehen. Ihre beiden Perkussionisten sind klasse, gehen aber etwas unter in der allzu glatten Sony-Produktion. Überhaupt sollte A.K. in Zukunft vielleicht auch etwas mehr wagen, ähnlich wie Dee Dee Bridgewater, und ihre African Roots noch mehr in den Vordergrund stellen. Oder muss sie für Sony eher auf im Westen leichter konsumierbaren Pop setzen? Die Produktion könnte ihrer fantastischen Stimme mehr Raum bieten, sie mehr in  den Vordergrund stellen. Gegen Ende überrascht die CD mit einer Version von Ravels Bolero. Hier hört man, wie gut afrikanischer Gesang mit europäischer Musik zusammen passt. Das letzte Stück ist wieder absolut überzeugend: ein Duett mit der italienischen Sängerin Carmen Consoli.Die kenne ich zwar auch nicht, aber schade, dass dieses Stück nicht länger ist: italienischer Gesang und Steel Gitarre harmonieren mit afrikanischem Liedgut! A.K. verbindet wirklich Musiken aus aller Welt zu einer gelungenen Mischung!   

1 Kommentar Stan verlinken 1.7.07 20:58, kommentieren

Djin Djin

Wenn ein neues Album von Angelique Kidjo angekündigt wird, werde ich immer schon ganz unruhig. Schon Wochen im voraus umschleiche ich meinen CD - Händler und weiß doch, daß ich warten muß.

Angelique Kidjo begleitet mich (oder ist es umgekehrt) seit gut 15 Jahren, sie ist schon lange eine Ikone der (Welt)- Musik. Ich bin ein großer Bewunderer von ihr und habe schon viele sehr emotionale Livekonzerte mit ihr gesehen.

Ich schreibe dies vorweg, da ich mich während des Wartens auf die neue CD an so viele tolle Lieder und Livekonzerte erinnere.

Aber jetzt zu Djin Djin.

Angelique Kidjo macht Popmusik, das macht sie schon lange. Sie bedient sich dabei der Musik und der MusikerInnen aus aller Welt.

Diese CD ist ungeheuer aufwendig produziert, das hört man in jeder Nuance und ist für mich das größte Manko. Es ist vieles zu glatt, mit zu viel Hall und technischen Spielereien eingespielt, mir fehlt beim Hören das unmittelbare in der Musik.

Von den 15 Stücken auf der CD sind 8 mit GesangspartnerInnen und Gastmusikern eingespielt. Das Duett mit Josh Groban finde ich stark, Josh Groban hat eine unglaubliche klassisch geschulte Stimme, Carlos Santana legt seine unvergleichliche Gitarre darunter. Auch das Duett mit Peter Gabriel ist ein schönes Stück.

Mit Abstrichen kommt dann das Duett mit Ziggy Marley daher und auch mit Amadou und Marian gibt es ein Duett das o.k. ist.

Aber die CD wird dadurch insgesamt zu beliebig.

Die Stücke, auf denen Sie allein die Solostimme singt finde ich stärker, aber auch hier liegt sie im Mix oft hinter dem Backgroundchor (ist das dann ein Frontgroundchor?).

Nach dem hören der CD bleibt kein Stück wirklich haften, und ein ständiges durchlaufen der CD will sich auch nicht einstellen.

Djin Djin ist nicht schlecht, wird es aber gegen die vielen anderen CD`s von ihr schwer haben in meinem Blickfeld zu bleiben.

So warte ich jetzt also darauf, das ein neues Livekonzert von der neuen Mama Africa angekündigt wird, und ich schon Wochen vorher meinen CD -Shop umschleiche um Karten zu kaufen.......und dann kommt ja bestimmt auch eine neue CD............

 

 

 

 

2 Kommentare eNDe verlinken 2.7.07 22:00, kommentieren

Angelique Kidjo Djin Djin

Was haben Elisabeth, Greta, Maria, Miriam und Angelique gemeinsam? Göttinnen berühren unsere Herzen.

Hendrik Groth schreibt in der WAZ vom 03. Juli 2007 über Angelique Kidjo nach ihrem Auftritt in Bochum bei der Konferenz "Herausforderung Zukunft", sie sei "ein Bündel praller Energie" und "für viele ... aufgrund ihres Engagements und ihrer außergewöhnlichen Begabung ... bereits in die Fußstapfen von 'Mama Afrika', der legendären südafrikanischen Sängerin und Antiapartheid-Kämpferin Miriam Makeba, getreten." Die künstlerischen Fähigkeiten habe sie dazu ohne jeden Zweifel. Der Mann hat ja recht, aber mit Verlaub: Göttinnen vergleicht man nicht.

Angelique Kidjo ist in der Weltmusikszene (internationaler Hit "Agolo" mit Jasper van't Hofs Pili Pili 1994) bekannt. Fifa (1996) Black Ivory Soul (2002) Oyaya (2004) - die vollständige Diskographie s. www.kidjo.com oder Wikipedia. Bei zahlreichen Konzerten konnte ich die "pralle Energie" dieser Ausnahmekünstlerin erleben.

Die Unicef-Botschafterin für die Rechte von Kindern hat ihre neue CD Djin Djin vorgelegt. Die CD ist mit vielen Gästen (Alicia Keys & Branford Marsalis, Joss Stone, Peter Gabriel, Amadou & Mariam, Carlos Santana & Josh Groban und Ziggy Marley sowie Joy Denalane und Carmen Consoli bei den Bonus tracks) eingespielt worden. Beispielhaft seien nur Habib Faye am Bass, Crespin Kpitiki und Benoit Aviboue aus Benin (Percussion) aus der erlesenen Musikerschar genannt.

AE AE, der erste Song der CD irritierte mich beim ersten hören der CD und irritiert mich immer noch nach einem Monat der intensiven Auseinandersetzung mit der CD. Ich muss bei diesem Track immer an volkstümliche Schunkelwalzer denken - und bekomme die Ohren nicht frei davon. Vielleicht ergeht es Menschen, die noch nie einen Schunkelwalzer hören mussten, besser mit diesem Song.

Salala - gemeinsam mit Peter Gabriel gesungen - entschädigt mich aber vollauf. Pearls (mit Carlos Santana und Josh Groban, lyrischer Bariton) geht sehr ans Herz. Sedjedo (mit Ziggy Marley) finde ich klasse.

Die Songs (ohne Gäste): Papa, Arouna, Awan N'La, Emma, Mama Golo Papa, Lonlon (eine Adaption von Ravels Bolero) sind für mich die stärkeren Stücke der CD. Ganz nach vorne - ganz Kidjo!

"We will give you joy and strength through music." aus Awan N'La - so soll es sein.

 

1 Kommentar Hansen verlinken 4.7.07 15:40, kommentieren

Für den Juli...

...heißt unsere Sommer-CD: KINGS  von Studio One

Stan verlinken 18.7.07 13:45, kommentieren