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Afro-Jazz

Afro-Jazz

Fusion war der erste Begriff, der mir gleich einfiel, als ich diese CD zum ersten mal hörte. Was vor Jahrzehnten als Etikett z.B. für die Verbindung von Jazz und Rock eingeführt wurde, ließe sich hier auf die neue Musik der großen Jazzsängerin anwenden. Dee Dee Bridgewater, die schon als echte Nachfolgerin von Ella Fitzgerald betitelt wurde, und ihren amerikanischen und afrikanischen Musikern gelingt hier eine hervorragende Verbindung typischer Jazzelemente mit afrikanischen Roots. Vor allem beeindruckt, wie gut der afrikanische Gesang und die Instrumente -u.a.klassische Saiteninstrumente Afrikas, Balafon und Trommeln- zu dem hier aus den USA stammenden Jazz passt. Man kann sich beim Hören der CD auf „Fusion" konzentrieren und dabei fest stellen, dass einzelne Stücke mal mehr in die eine Richtung (nach Afrika) oder eben in die Musik aus den USA „kippen". In den meisten Stücken ist aber eine reizvolle Synthese entstanden, wo wirklich Neues zu hören ist, das es so zumindest selten gibt. Nicht nur in technischer Hinsicht sondern auch vom Feeling her! Sehr schön werden auch typische Mali-Sounds oder Blues-Anteile mit aufgenommen. Auch nach mehrmaligem Hören kann der geneigte Zuhörer immer noch Neues entdecken. Wenn man bedenkt, dass zum Teil jahrhundertealte Lieder aus Mali verarbeitet wurden, ist es schon erstaunlich, wie modern und zeitgemäß diese CD klingt. Einzig fehlen mir ein paar „eingängigere" Titel, ein paar „Ear-Catcher"... Aber der Gesamteindruck ist eine tolle Überraschung. Ich würde mir in Zukunft mehr solcher „Fusion"-Projekte wünschen! Auch wenn die Beteiligten Musiker (neben der „Hauptdarstellerin" z.B. Bassekou Koyate) überhaupt nicht unter diesem Arbeitsbegriff angetreten sind; es ging D.D.B. bei diesem Projekt eher um die Entdeckung ihrer afrikanischen Roots. Das ist ihr wirklich gelungen!

2 Kommentare musikfreunde verlinken 5.6.07 16:54, kommentieren

Rote Erde

Dee Dee Bridgewater beginnt Ihr mittlerweile 17. Album mit dem Titel Afro Blue- den gleichen Titel, den auch Ihr erstes Album aus dem Jahr 1974 trägt.

Afro Blue- der alte Latin- Klassiker des Congavirtuosen Mongo Santamaria bekommt hier eine klasse neue Variation dazu. Latin- Piano trifft auf Balafon, Djembe und Talking-drum. Eine toller Beginn der CD.

Der 2. Song "Bani" (Bad Spirits) ist einer meiner Lieblingssongs auf der CD. Der Wechselgesang zwischen Kasse Mady Diabate, der auf Bambara singt und Dee Dee Bridgewater, die auf Englisch singt ist toll! Akkustikgitarre und Kora werfen sich die Bälle zu - klasse!!

Im 4. Stück singt Dee Dee im Wechselgesang mit Ramate Diakite und zeigt auch hier wie facettenreich ihre Stimme ist. Es gelingt ihr immer wieder sich auf die GesangspartnerInnen einzustellen und die "Klangfarbe" ihrer Stimme darauf einzustellen.

Auf dem 8. Stück ist wieder ein grandioses Duett mit Oumou Sangare, der Grand Dame der Malischen Musik.

Toll finde ich auch den Blues Red Earth (Stück Nr. 11).Petit Adama Diarra, der bis auf die letzten 3 Stücke auf allen Stücken sehr geschmackvoll Djembe spielt, gibt diesem Stück durch sein Spiel eine sehr "luftige" Struktur, und läßt den (rot) erdigen Blues ein wenig schweben.

Warum es das letzte Stück "Compaired to what" auf die CD geschafft hat, weiß ich nicht, es wirkt auf mich sehr unpassend.

Fernab von sonst doch eher lauen Crossoverprojekten gelingt es Dee Dee Bridgewater hier hervorragende MusikerInnen zusammen zu bringen und wirklich Neues entstehen zu lassen. Noch nach dem 20. hören entdecke ich immer wieder neue Sachen und höre wie einzelne Instrumente wunderschön ineinandergreifen.

Die ganze Produktion wirkt ungeheuer frisch und lebendig. Ein klasse Album und hochgradig für die Stunden geeignet in denen ich nichts anderes machen möchte außer Musik zu hören. Musik aus Mali ist schon lange ein fester Bestandteil in der World Musik und auch in meiner Plattensammlung. Dort werde ich das Album wohl einsortieren- und zwar in Griffweite.

Wer Musik aus Westafrika mag wird auch diese CD mögen. Ich würde Dee Dee Bridgewater mit dieser Musik gerne mal live erleben, das wäre sicher großartig!

1 Kommentar eNDe verlinken 7.6.07 17:05, kommentieren

Welcome Home

DeeDee Bridgewater, afro-amerikanische Jazz-Größe, sucht und findet in Mali ihre "roots" - und wir dürfen durch die Veröffentlichung ihrer neue CD "Red Earth - A Malian Journey" teilhaben. Bereits im ersten Track "Afro Blue"  lässt die Platte keinen Zweifel aufkommen - Jazz und die reiche Musikszene Malis  begegnen sich auf gleicher Augenhöhe. Talking Drum, Balafon, Djembe, Kora und die verstörend schönen Stimmen ihrer afrikanischen MusikerkollegInnen - DeeDee und ihre Musiker müssen sich anstrengen. Und tatsächlich entsteht etwas Neues. Edsel Gomez reagiert auf dem Piano auf die afrikanischen Rhythmen und regt die malischen MusikerInnen zu neuen freien Interpretationen an. Toll! Die CD begeistert mich aber noch mehr durch die Verschiedenartigkeit der Gesangsstimmen. Da werden sehr unterschiedliche Gesangstraditionen deutlich und fügen sich doch ganz selbstverständlich zusammen.

Das Album ist ein Reisetagebuch - der ganz besonderen Art.

 

 

Hansen verlinken 7.6.07 20:19, kommentieren

Djin Djin

Das Album für den Monat Juni 2007 kann nur:

 

Angelique Kidjo

Djin Djin

 

sein. 

Hansen verlinken 7.6.07 20:31, kommentieren