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Erster Versuch Musik lesen

Wir wollen hier mal versuchen "lesbare" Musik über's www. auszutauschen; soll heißen: mehrere Leute können ihre Eindrücke neuer/alter Musik (CDs) hier nieder schreiben; so eine Art Musikbesprechungen eben, wie man sie oft liest. Es wäre ja mal interessant zu lesen, wie unterschiedlich Musiken aufgenommen und beschrieben werden! Ich will heute mal starten mit:
Till Brönner: Oceana
Ich kannte T.B. bis vor einem Jahr kaum, habe nur immer wieder gelesen, dass er ein neuer deutscher Trompeten-Star am Jazzhimmel sei. Ich hatte schon mal seine CD "Blue eyed Soul" gehört; nicht schlecht, aber auch nicht umwerfend, wenn man Miles Davis und Chet Baker gehört hat...Dann hatte ich das Vergnügen, hautnah ein Konzert von T.B. Anfang November 2006 zu erleben; beim Jazzfest in Aalen, wo er mit tollen Musikern spielte (u.a. W. Haffner, R. Peik(?) usw). das war ganz toll. Zumal wir, das Publikum, unmittelbar an der Bühne stehen konnten und so die Kommunikation der Musiker gut mitbekamen; auch musikalisch war's klasse! Danach also habe ich mir "Oceana" besorgt und muss sagen: sie gefällt mir besser als "Blue eyed...". Allerdings schade, dass von den Muskern aus Aalen keiner dabei ist! Aber die auf der CD zu hörenden Amis verstehen auch ihr Handwerk. Etwas mehr Abwechslung im Tempo der CD hätte ihr sicher noch gut getan. Die Stücke sind allesamt sehr ruhig und langsam eingespielt. So kommt der schöne Ton der Trompete von T.B. gut zur Geltung. Das erste Stück ist zurzeit ein echter Hit für mich! Eine schöne CD für diese Jahreszeit, wenn's draußen stürmt und regnet...Schnee gibt's ja nicht mehr...

1 Kommentar Stan verlinken 13.1.07 14:32, kommentieren

Till Brönner

Talent und eine solide Ausbildung helfen in vielen Berufen voranzukommen – z.B. wenn man ein international gefragter Jazztrompeter werden will. Deutschlands zur Zeit wohl heißester Jazztrompeter hat das anscheinend schon als Kind und Jugendlicher gewusst. Folgerichtig hat er eine klassische Trompetenausbildung und ein Studium der Jazztrompete an der Musikhochschule Köln absolviert.

Als 18-jähriger spielte er in Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass Band und mit 20 Jahren wurde er Trompetensolist des Rias-Tanzorchesters. 1993 die erste eigene CD, der jetzt das zehnte Album „Oceana“ folgte.

Um es gleich vorwegzunehmen: ich höre Till Brönner lieber live (im März 2007 mit Thomas Quasthoff in Köln). Ich bin noch jetzt begeistert von seinem Auftritt im November letzten Jahres beim Jazzfest in Aalen.

Das Album hat für mich eine melancholische Stimmung. Till Brönner spielt wunderschön. Carla Bruni (In My Secret Life), Madeleine Peyroux (I’m So Lonesome I Could Cry) und Luciana Souza (Pra Dizer Adeus) singen schön. Till Brönner singt auch: ganz unprätentiös. Am Ende bin ich trotzdem unbefriedigt – vielleicht liegt es auch nur daran, dass ich noch nie nach Amerika wollte.

1 Kommentar stan verlinken 22.1.07 22:56, kommentieren

Till Brönner

In letzter Zeit höre ich sehr gerne Trompeter. Das dem so ist, liegt an Till Brönner!

Ich habe ihn vor kurzem wieder live gesehen( mit toller Band: Wolfgang Haffner, Dieter Ilg, Roland Peil,...) und habe jetzt auch schon 3 CD`s von ihm.In dieser Besprechung soll es aber nur um seine letzte CD - Oceana - gehen.

Sein gestopfter weicher Trompetensound ist schon wirklich erstklassig, ungeheuer weich schleicht er sich ins Ohr. Die einzelnen Stücke sind ungeheuer langsam im Rhythmus, das Schlagzeug wird ausschließlich mit Jazzbesen bearbeitet. Auch die 3 Gastsängerinnen (Carla Bruni, Madeleine Peyroux, und Luciana Souza), die mit je einem Track vertreten sind, bringen eine passende Stimmung ein. Hier setzt aber auch meine Kritik an. Alle Stücke sind sich zu ähnlich in Rhythmus und Stimmung. Es gibt keine schnelleren (geschweige denn up- tempo)Nummern. Es erklingt kein spitzer oder überraschender Ton, alles bleibt konsequent in gleicher Langsamkeit stehen.

Ganz anders präsentiert Till Brönner seine Musik live. Dort ist er sehr präsent als Bandleader und als solierender Jazzer. Dabei wird der Schalldämpfer an der Trompete auch schon mal weggelasen.

Oceana ist eine Platte, die ich morgens, mittags und abends, im Auto oder im Bett hören kann, weil wirklich tolle Stücke darauf sind, aber ich höre sie oft nicht mehr ganz bis zum Ende, oder drücke einige Stücke dann einfach weg. Ich fürchte das wird mir immer häufiger so gehen. Dafür freue ich mich schon auf das nächste Konzert mit ihm, das ich im März sehen werde!

 

 

2 Kommentare eNDe verlinken 28.1.07 21:30, kommentieren